Montag, 10. November 2014

November:Farben leuchten im Artrium

Gang Artrium Bad Birnbach
Da ich seit 2011 in meinem Atelier in Bad Birnbach (Niederbayern)arbeite, bin ich glücklich,nun im Kurzentrum" Artrium" ausstellen zu können. An den hohen,anthrazit-grauen Wänden des Artriums kommen die Farben meiner Bilder besonders gut zum Leuchten.Die Ausstellung wurde verlängert bis zum 29.12.2014.
Blick von Lesecafe Sophia aus
 Das ganze Gebäude des Artriums ist vom Innenhof her lichtdurchflutet und nachts durch Strahler gut ausgeleuchtet.Super Bedingungen,um Bilder zu zeigen.



Ich habe Bilder aus verschiedenen Zeiten,Orten und Lebensphasen ausgewählt.

 Aber auch die Textilarbeiten der "Ahnungengalerie"heben sich gut ab vom Untergrund.Zudem konnte ich 24 Arbeiten hintereinander in chronologischer Abfolge hängen.Familiengeschichte(n) von 1893 bis hinein in die 1960er Jahre!

Ahnungengalerie



 Die Waldkapellen,Marterl und Wegkreuze des Rottals haben mich angeregt,selbst kleine Holztaferl mit Eitemperatechnik zu bemalen.Die traditionellen Motive gehen dabei seltsame Beziehungen mit aktuellen "Ikonen" ein.Durch den "naiven"Malstil und die beschränkte Palette weniger,aber

Ikonen?
                      leuchtender Pigmente,wirken alle Bilder zusammen als Gruppe.   
                                                 Allerheiligen/Allerseelenmonat

Sonntag, 31. August 2014

Nähen, Malen,Reisen- ein ertragreicher Sommer

Sommertag bei Niki
Noch einmal haben mich die "Familienbande" gefesselt- und so ist meine Ahnungengalerie weiter gewachsen,unter anderen entstanden


1895 Mädeljon





1904 ein Foto für Anna

Großvater erzählt

Aus Fundstücken entstand der "Schutzengelschrein",





und unter der Verwendung von Kindheitsfotos erwachsener Freunde nähte ich Kindheitspuppen.
So kann jede(r) sein "inneres Kind" begreifen und verwöhnen.
 
Puppenecke


1965 stella marina,Trieste

Auch die Ikonen bekamen seltsamen Zuwachs:


Außerdem habe ich für die  November-Ausstellung Bilder gesichtet und mich nochmal in den Zwischenzustand beim Malen fallen lassen,traumvoll!




die Füße hochlegen

Tango

zwei Mädchen

Glück und Glas,in meinem Fall Glück beim Glasern:aus leuchtenden mundgeblasenen Scherben,entstehen neue Bilder,sozusagen Glascollagen,zusammengehalten durch Bleistege.


Baum

Haus des Gärtners

Waldfee

Freitag, 23. Mai 2014

Bilder einer Ausstellung

Nachdem ich bei den Truderinger Kunsttagen (Ostern 2014)  meine Textilobjekte chronologisch aufgereiht in einem engen Gang präsentieren konnte,
genieße ich die großzügigen hellen Räume der Kunst-und Textwerkgalerie (München,Ligsalzstr.11).



                                             Aufbau geschafft!


 


1893 Frl Wohlgemuth

Im hellen Ambiente samt Vintage-Sofas kommen die Arbeiten meiner "Ahnungen-Galerie" gut zur Wirkung.


Die Textilarbeiten können in thematisch sinnvollen Gruppen hängen.


"Ahnungengalerie" 1940erJahre


1942 Tante Trude

1942 Rotkreuz

"In Kinderschuhen"

Besonders schön finde ich,dass ich meine Ikonenwand als Gruppe an die Wand nageln konnte.
Dank an Theo für seine geduldige Aufbauhilfe!

Ikonenwand
 Dadurch ergeben sich überraschende Bezüge( mit vielen Fragezeichen),zwischen den traditionellen und den aktuellen "Ikonen".

                                            Welche Bilder haben Ikonenqualität und warum?














Die Vernissage war ein schönes Fest mit vielen anregenden Gesprächen-





                                     





                     .........................und wunderbarer Musik!(Danke an Tanja!)


-den roten Faden nicht verlieren!


Freitag, 14. März 2014

aus dem Nähkästchen geplaudert.............

Nina Felicitas Matt M.A. ,Kunst-und Kulturwissenschaftlerin,Kuratorin


über die Serie "Ahnungengalerie",
Textilobjekte von Susanne Kathi Trapp


3 Schwestern
  "Verflixt und zugenäht",so heißt ein Sprichwort:Nichts geht mehr weiter,es ist wie verhext,was steckt dahinter,kann sich der Knoten lösen?

1954 Köchin
 "Mit Nadel und Faden"sind die Bilder von Susanne Kathi Trapp überschrieben-und es bleibt offen,
was sich hinter diesem Wortpaar verbirgt. Handelt es sich um rein nützliche Nähutensilien,die sie anstelle von Pinseln,Stiften und Klebstoff verwendet?Könnte die Wahl der Mittel auch Teil der Darstellung sein?


1968 Alice
 Susanne Kathi Trapp entwickelt Collagen, die aus einzelnen Fragmenten bestehen,stofflich und inhaltlich.Sie verwendet schwarz/weiß-Fotos,Knöpfe,Borten und Litzen,künstliche Blumen und dekorative Aufmerksamkeiten,Perlen und Spitzen,schöne Textilien,Rupfen,Filz und Tarnstoffreste.
Die einzelnen Teile fügt sie mit Nadel und Faden,linear oder mit Stickmustern zusammen,in der Anordnung und in der Proportion klassisch.Die Farben wählt sie bunt und verhalten,schrill und gedämpft,immer darauf bedacht,dass die Gegensätze und Schwerpunkte im Gesamtbild ausgeglichen sind.Den Fotos, die sie stets zentral platziert,verleiht sie mit ihren dreidimensionalen Einrahmungen
eine über das Medium hinausgehende Kraft und Dynamik. Man sieht auf den Bildern ältere Menschen,Kinder und Jugendliche,in repräsentativen Posen,stolz,fröhlichund verschmitzt.Die Gesichter zeigen eine geschichtenreiche Mimik, sie regen zum Nachdenken und zum Schmunzeln an.
Susanne Kathi Trapp "zeichnet" mit Nadel und Faden einige Konturen nach und richtet dadurch den Blick auf einzelne Aspekte, die ihr bedeutungsvoll erscheinen.Man weiß nicht genau,worum es geht,aber man spürt es,man ahnt etwas.

Luna
 
Die gezeigten Fotos sind meist Familienbilder von Susanne Kathi Trapp,die als "Nachlass im Koffer"
aufgetaucht sind,kommentarlos und rätselhaft zugleich.Die Neugier um die eigenen Wurzeln,nach den Familienstrukturen von drei Generationen und deren Lebensformen war geweckt und ließ ihr keine Ruhe mehr.Dazu kamen die mehr oder weniger deutlichen Erinnerungen aus ihrer Kindheit und die nachträgliche Entschlüsselung von Unklarheiten und Zusammenhängen, die ihr Leben bis heute beeinflussen.Fragen drängen sich auf:Wer sind die dargestellten Personen,wie lassen sie sich zuordnen und wie mögen ihre Lebenspläne,ihre Träume und ihre Gefühlslage gewesen sein als diese Bilder  gemacht wurden?Die möglichen Antworten sind so vielfältig wie die beweglichen Bilder in einem Kaleidoskop.Von den Entdeckungen berührt,wagte sich die Künstlerin auf eine Reise in ihre Vergangenheit,zu ihren Verwandten und Vorfahren.Ihre Ahnungen mutierten zur "Ahnungenforschung".

1942 Tante Trude


Derkünstlerische Weg und die Form der bildhaften Inszenierung ermöglichten Susanne Kathi Trapp
einen erträglichen und scherzhaften Umgang mit den Aufdeckungen ihrer bis dahin nur vage bekannten Familiengeschichte.Sie strukturierte Bilder und Eindrücke,brachte diese mit "Nadel und Faden"in eine Abfolge und schaffte mit der Zeit ihre eigene "Ahnungengalerie", die wohl noch längst nicht vollständig ist.
1937 Erstkommunion


Die Zuordnung der Gruppenfotos und der Einzeldarstellungen erforderte viele Gespräche und auch Reisen ins Land der Eltern und Großeltern.Von den Entdeckungen berührt,näherte sie sich ihren rätselhaften Gefühlen und den offenen fragen,indem sie sich für jedes Bild ähnliche Versatzstücke ausdachte.Mit ihrer feinsinnigen und bedeutungsvollen Stoffwahl schuf sie weitreichende Assoziationen von Krieg- und Friedenszeiten.

1910 Gruppenbild mit Padre Pio

Mit dem unterschiedlichen Stick-und Nähduktus und vielen poetisch applizierten Kleinigkeiten erweist sie jeder einzelnen Person ihren Respekt.Die Bilder und ihre Protagonisten erscheinen mehrschichtig,glatt und gerissen,Rahmen sprengend und emotional,streng oder heiter,mal heroisch verblendet oder verzweifelt fragend,auch herzlich warm oder selbstbewusst musisch."Mit Nadel und Faden" fixierte sie einen ganzen Reigen von Alltagstimmungen und ergründete auf kunstvolle Weise, wie das Leben ihrer Familie war oder gewesen sein könnte.DieKünstlerin schafft Bilder,die von einem Jahrhundert erzählen,das mit seinen nachhaltigen Begebenheiten noch lange nicht überwunden ist.Ihre Arbeiten beziehen sich auf die letzten hundert Jahre, sie beleuchten Gedankenwelten von polnischen,deutschen,orthodoxen,katholischen,protestantischen und jüdischen Kindern,Jugendlichen 
und Erwachsenen.Susanne Kathi Trapp ist es mit ihrer Kunst gelungen,den verbliebenen Fotos eine Sprache zu geben und darüber hinaus eröffnete sie auch einen möglichen Weg für eine spannungsreiche Spurensuche.Sie veranschaulicht mit ihrer spielerischen und humorvollen Art,wie sich persönliche Erinnerungen,Empfindungen und Ahnungen facettenreich aufschlüsseln lassen und wie sich infolgedessen mit der Zeit einige zum Leben notwendige Klarheiten herauskristallisieren.

1930 Mädchengruppe
  

 Nina Felicitas Matt M.A.,Katalogbeitrag,S.1/2,März 2014