Montag, 18. Oktober 2021

Eine Ikone für die Ost-Westfriedenskirche in München,und weitere neue Arbeiten

 Die Ost-West-Friedenskirche in München ( Oberwiesenfeld,Spridon-Louis-Ring 100,80809 München)ist ein ganz besonderer Platz,der mich schon lange anzieht.

Ost West Friedenskirche

 

Nahe des Olympiageländes von 1972 steht die kleine Kirche,die Kapelle des Hl.Michaels und das Wohnhaus des Eremiten Timofei Wassiljewitsch Prochorow und seiner Frau Natascha.Beide waren als Kriegsflüchtlinge in München gestrandet und errichteten -ohne Baugenehmigung und auf Visionen eines friedlichen Miteinanders begründet-aus Bombenschutt dieses kleine Paradies.Als der Baugrund für die Olympischen Spiele genutzt werden sollte und die Kirche abgerissen, setzten sich  viele Münchner und der Bürgermeister Christian Ude für den Erhalt der kleinen Klause ein.Heute kümmert sich ein Verein um die Anlage und das ehemalige Wohnhaus ist ein Museum.

(siehe auch http://www.ost-west-friedenskirche.de)  

Ich gestaltete meine Ikone einerseits als bayrisch-katholische Votivtafel,andererseits als Ikone der Ostkirche.

Im unteren Teil die Kirche und Timofei und Natascha als Votanten.Über einem Regenbogen beginnt die himmlische Sphäre (Goldgrund) Dort umarmen sich der Apostel Petrus (symbolisiert als erster Papst Rom/Westkirche)und der Apostel Andreas (Missionar Kiews,symbolisiert Byzanz/ Ostkirche),dazu Sonne und Mond und das göttliche Licht.

Die Umarmung der Apostel Petrus und Andreas über der Ost West Friedenskirche

Außerdem malte ich  in diesem Sommer:  

Der Erzengel Michael und die Hl.Jeanne d`Arc

 

Dieses Motiv hatte sich eine Freundin gewünscht,die gerade Schutz braucht. 

Der Erzengel Gabriel

 

Diese Ikone ist Namens-Ikone für eine Gabriele.Ich malte sie nach dem "Engel mit dem Goldhaar",einer sehr alten Ikone,die im Sinai aufbewahrt wird.Die Haare sind reines Blattgold.(assist vergoldet)

Die Prophetin Hannah trägt das göttliche Kind

Diese Ikone malte ich für mich und meine wunderbare Enkeltochter Hannah.Sozusagen die Großmutter, die das Kind trägt und in ihm die Zukunft erahnt.Das Motiv habe ich für mich gefunden.Es gibt als russisches Ikonenmotiv den Propheten Simeon als Gottesträger.Ich denke,der Bibeltext lässt auch meine Interpretation zu.

I´ve got the sun in the morning and the moon at night.

Ein Kinderfoto eines Freundes inszenierte ich mit Applikationen und Stickerei so,dass das Vetrauen ins Leben dieses Kindes deutlich sichtbar wird.Für mich ist das ein Jongleur der Zuversicht

Brauchen wir zur Zeit nicht genau diese Art Schwung?



Montag, 13. September 2021

Participation/Teilhabe - zu Gast bei Lee Mingwei "Geschenke und Rituale"in der Villa Stuck,München

 Diese schöne Ausstellung ging gestern zu Ende.

Mir hat sie viele interessante Gespräche und Begegnungen gebracht.Vom Aufbau,der vom Ausstellungstechniker Tillo gemacht wurde,über die schönen Fotos der Fotografin Barbara Donaubauer, die Unterstützung durch die Kuratorin Anne Marr-

es war eine gute Erfahrung.



-nicht zu vergessen,die Pausen im Garten der Villa!

Die Woche im Living Room Project empfand ich als sehr kommunikativ,viele Besucher kamen,unterhielten sich mit mir über ihre Familien,fragten mich nach den Textilarbeiten meiner "Ahnungengalerie".
Ich fühlte mich als Gastgeberin für Familie,Freunde,Besucher,Touristen aus ganz Europa.

-und manchmal war es auch richtig gemütlich.

            



Gleichzeitig hatte ich immer einen Ausblick auf die TänzerInnen des Labyrinths.Eine unglaublich meditative und beruhigende Performance!

Unten im großen Saal fand auch das "Mending Project"statt.Das Netz der Fäden wurde immer dichter.

Als ich selbst zweimal Kleidungsstücke der Besucher ausbesserte mit bunten Fäden,machte ich auch viele Glücksschleifen zum Anstecken für die Besucher.


 

Im großen Festsaal der Jugendstilvilla von Franz Stuck war Lee Mingweis Installation "Fabric of Memory"aufgebaut.


In edlen Schatzkisten aus Holz,mit besonders gewebten lila Bändern lagen Textilien mit Erinnerungswert.Wer sich sie zu öffnen traute,wurde mit einer Geschichte dazu (im Deckel der Kiste)belohnt.


Hannah hat unsere Puppe gefunden!

Am ersten Tag der Ausstellung hatte ich Lee Mingwei zufällig getroffen.Und er wünschte sich eine Textilarbeit von mir mit dem Foto von sich als Kindergartenkind an der Hand seiner Mutter.(siehe Katalog)


Ich gestaltete aus Filz,Cotton,Bernstein,Silberdraht und Granatperlen eine Sonnenblume für ihn.

In seiner Arbeit "100 Tage mit Lily",ist die Lilie das Symbol für seine Großmutter.So dachte ich,es könnte passend sein,das Foto als Inneres der Sonnenblume zu inszenieren.

Am letzten Tag der Ausstellung konnte ich ihm mein Geschenk persönlich überreichen.Ich denke,es gefällt ihm.Auch das war eine besondere Begegnung,interkulturell und doch nah.

Eine runde Sache,bereichernd.Geschenke und Rituale.
 

 


Freitag, 25. Juni 2021

Unsere Familie im Living Room Project

In der Woche vom 20.7.-25.7.21

 habe ich die Gelegenheit,die Textilarbeiten meiner "Ahnungengalerie"

im Rahmen der Ausstellung Lee Mingwei "Geschenke und Rituale" 

in der Villa Stuck,

Prinzregentenstr.60

 81675 München 

zu präsentieren.(Öffnungszeiten Di-So,11-18h)

1960 Roter Besen

Seit 2013 nähe ich an meiner "Ahnungengalerie",drucke Familienfotos auf alte Stoffe,färbe,nähe,sticke,male und appliziere-und beschäftige mich intensiv mit den Zeitläufen,der individuellen,wie auch der kollektiven Erinnerung.


1938 Klein-Helge


 

Hochzeitstuch

 

1914-1918

Ich möchte,wie von Lee Mingwei beabsichtigt,den Living Room als Wohnzimmer nutzen und mich nachmittags (ca.ab 15h-18h, Sa./So.24.7./25.7. auch schon früher) in dieses imaginäre Wohnzimmer setzen,inmitten meiner Ahnen/Ahnungen Zeit verbringen.Gerne würde ich mit Besuchern über deren Fotos/Erinnerungen,über ähnliche und verschiedene Wahrnehmung und "Dokumentation"von Familie sprechen.Denn egal,ob die Beziehung leicht oder komplex ist,Familie ist wichtig und für Jede/n ein Thema!

1950 Geigerin auf der Donau

                                               Ich freue mich über Besuch und Austausch!

Polnische Rosen

Weitere Infos über meine "Ahnungengalerie"auf diesem blog.(alte posts von 2013-2017)

Infos über die absolut sehenswerte Ausstellung "Geschenke und Rituale"von Lee Mingwei

                                                                 auf www.villastuck.de


Dienstag, 2. März 2021

Noemis Puppe zu Gast in der Villa Stuck,München - die Ausstellung Lee Mingwei "Geschenke und Rituale"

In der Villa Stuck wird vom 26.Mai-12.September 2021 die Ausstellung des taiwanisch-amerikanischen Künstler Lee Mingwei zum Thema "Geschenke und Rituale" stattfinden.

 


 

 




 


Ich freue mich sehr,dass eine Arbeit von mir, "Ritualpuppe",bei der Installation

 "fabric of memory"teilnehmen wird.

In der Woche 20.7.-25.7.21 kann ich im Projekt "The Living Room"Gastgeberin sein.

Ich freue mich,Arbeiten aus meiner "Ahnungengalerie"(Textilobjekte) zu präsentieren.

Covid-bedingt wurde die Vernissage auf den 26.5.verschoben.

Möglicherweise findet sie nur als live stream statt.Aktueller Stand über Öffnungszeiten,Führungen und Begleitprogramm unter www.villastuck.de

Ritualpuppe,Vorderseite

Ritualpuppe,Rückseite

Ich habe die Puppe selbst gefertigt für meine Tochter Noemi.

Als ich mit Noemi schwanger ging,war mir anfangs oft übel und ich machte weite Spaziergänge an der frischen Luft,immer der Elbe entlang.Später,als ich schwerfälliger wurde,ging ich sehr langsam,blieb stehen,schaute auf den Weg.Ich fand gehend unglaublich viele kleine Objekte,die auf dem Boden lagen.

z.B.Perlen,ein Windspiel aus Metall,Teile von Modeschmuck,Kinderspielzeug aus Überraschungseiern,Plastikreste,Möwenfedern,Haarspangen,ein abgebrochener Schlüssel,Gardinenringe,.....alles gefiel mir,schien mir bedeutsam zu sein.Ich sammelte diese Dinge zuhause in einer Dose.Die Vorfreude und Neugier auf das Kind wuchs und ich schaute diese Dinge immer wieder an.

Noemi wurde gesund und glücklich geboren.Während ich sie stillte,kam mir die Idee,eine Art "Schutzpuppe"für meine Tochter zu nähen,dabei alle Fundstücke auf die Puppe zu applizieren.

Genau an dem Tag,an dem die Puppe fertig war,ca.nach sieben Monaten,bekam ich zum ersten Mal wieder meine Monatsblutung-die erste Zeit nach der Geburt war also beendet.

Die Puppe hängte ich in Noemis Zimmer.

Nun ist meine Tochter glücklich erwachsen geworden,und die Puppe gehört ihr.

Infos zur Ausstellung:          www.villastuck.de


Samstag, 12. September 2020

Ikonen auf Wunsch- drei Ikonen für Freunde

 Diesen Sommer malte ich drei Ikonen auf Wunsch von Freunden.Spannend ist für mich dabei,dass ich das Thema nicht selbst aussuchte,sondern mich in die Sujets "eingesehen",bzw. in die Legenden,Geschichten eingelesen habe.

 

                                         " Der Erzengel Michael und Maria Magdalena "

Diese beiden Schutzpatrone auf einer Ikone dargestellt,ist eher selten. Für die Empfängerin symbolisieren sie Stärke und Hilfe von männlicher und weiblicher Energie.


                                                               Die heilige Barbara

Sie ist eine sehr bekannte Heilige in der Ost-und Westkirche,um die sich viele Legenden ranken.Sie gilt als eine der 14 Nothelfer.Ich habe sie mit den in der katholische Kirche üblichen Attributen Turm und Kelch dargestellt. 


                                         Die schwarze Gottesmutter von Tschenstochau

 

Diese wundertätige und sehr bekannte polnische Ikone gilt als "Königin Polens".Ich malte diese kleinformatige Kopie für eine polnische Freundin.

Das Ikonenmalen stärkt mich.Es geht sehr langsam und ich komme dabei zur inneren Ruhe.  
 

Sonntag, 24. Mai 2020

Die Gottesmutter vom unverbrennbaren Dornbusch

Sieben Wochen meiner (unfreiwilligen) Corona-Auszeit konnte ich dafür nutzen,die Ikone "Gottesmutter Unverbrennbarer Dornbusch"zu malen.Sie ist relativ groß (40x45cm).Ich habe sie mit Eitempera (reinen leuchtenden Pigmenten in Eigelb/Alkohol/Emulsion) auf ein kreidegrundiertes Holzbrett gemalt.Die Goldteile sind alle mit Blattgold öl-oder assistvergoldet.

Gottesmutter unverbrennbarer Dornbusch
Es handelt sich um ein  symbol-und figurenreiches christliches "Mandala",welches einen berühmten Marienhymnus (Akathistos) der Ostkirche bebildert.Die Gottesmutter wird darin unter Anderem mit dem ewigen,nie verbrennbaren Dornbusch,aus dem Gott zu Moses sprach,verglichen.
Ich sah mir viele Versionen dieser Ikone an und erstellte dann selbst eine Zeichnung im Maß.
Vorzeichnung

Pinselzeichnung in den Grundfarben
 Schicht für Schicht malte ich,von den dunkelsten Farbwerten bis zu den hellsten Lichtern die verschiedenen Themenfelder,vergoldete Nimben,Wundererscheinungen,Details.




Zentrum
 Im Zentrum ist die Gottesmutter mit dem Kind,umrahmt mit einem Kreis von Seraphinen.Sie trägt die Himmelsleiter,als Zeichen Ihrer Vermittlung zwischen den Menschen und der göttlichen Kraft.


Im roten Stern sind die Symbole der vier Evangelisten:Stier,Löwe,Adler,Engel.





Im blauen Stern um die Gottesmutter sind ein Seraphim,ein Engel,der die Winde (Gottes Atem "ruach")los schickt,ein Engel,der einen Regenbogen (als Zeichen der Verbundenheit von Gott und den Menschen)hält und ein Engel mit Weihnrauchgefäß und Schatzkästchen.
Engel mit Regenbogen

 ein Engel schickt Windgeistwesen los

Engel mit Räuchergefäß
 In den acht abwechselnd grünen und orangen Rosenblättern zwischen den Strahlen der beiden Sterne
erscheinen Engel,die verschiedene Elemente (Feuer,Wasser,Luft,Erde)und verschiedene Wetter -und entsprechende Seelenzustände verkörpern.z.B.


Die vier Randszenen zeigen schließlich die Propheten Moses,dem im unverbrennbaren Dornbusch
die "Maria des Zeichens"erscheint.(Ex.3,1-4)
Jesaia, dem träumt,dass aus einem Reis die zwölf Stämme Israels wachsen werden (Jes.11,1ff.)
Jakobs Traum von der Himmelsleiter (Gen.28,12-15)
und Ezechiel,der vor dem verschlossenen Osttors des Tempel in Jerusalem steht und die Weissagung vom Messias,der durch das offene Tor schreiten wird,empfängt.(Ez.44,1ff.)
Moses vorm Dornbusch

Wurzel Jesse

Jakobs Traum von der Himmelsleiter

Ezechiel vor dem verschlossenen Tor
Diese Ikone hat so ein vielfältiges Bildprogramm,dass ich  nicht annähernd die Hälfte nennen kann-und sicher auch nicht alle Symbole "lesen" kann.Mich mit ihr zu beschäftigen-und auch gerade in dieser Krise Zeit und Muße dafür zu finden,war für mich ein Geschenk.


Gottesmutter unverbrennbarer Dornbusch